Veröffentlicht am 15. Juni 2026

2025: Viele Kartoffeln zu günstigen Preisen

Kartoffeln und Kartoffelprodukte
2025 war das Inlandangebot an Kartoffeln gross. Dies spiegelt sich in höheren Verkaufsmengen und tieferen Preisen im Schweizer Detailhandel wider: Dort kostete 2025 ein Kilo Kartoffeln durchschnittlich 1.91 CHF/kg und damit 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Lesen Sie hier, wie unterschiedlich sich die Preise je Produktgruppe entwickelten.
Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen BLW
Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen BLW

© pixabay

Diese Analyse basiert auf den Daten des Retail-/Konsumentenpanels von NielsenIQ. Sie zeigt, dass festkochende Kartoffeln auch 2025 die wichtigste Produktgruppe im Kartoffelsegment im Schweizer Detailhandel sind. Sie machen 2025 mit 50 Millionen Kilogramm rund 54 Prozent der gesamten Kartoffelabsätze von 93 Millionen Kilogramm aus. Es folgen mehligkochende Kartoffeln mit 29 Millionen Kilogramm (23,4 %). Weitere bedeutende Produktgruppen sind Raclettekartoffeln und Frühkartoffeln, die jedoch jeweils nicht mehr als 10 Prozent der Absatzmengen ausmachen. Süsskartoffeln sind nicht in dieser Analyse enthalten.

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; NielsenIQ Switzerland, Total Market Consumer / Retail Panel

Preisniveau deutlich tiefer als in den Vorjahren

Die Analyse der Preisentwicklungen dieser Produktgruppen für die letzen fünf Jahre zeigt, dass die die Durchschnittspreise für fast alle Kartoffelprodukteguppen im Jahr 2025 tiefer waren als in den vier Vorjahren. Die durchschnittliche Kartoffel kostete 2025 1.91 CHF/kg und damit fünf Prozent weniger als im Vorjahr und zwei Prozent weniger als im Durchschnitt der vier Vorjahre.
Im Folgenden betrachten wir das Nicht-Bio-Segment näher und analysieren, welche Produktgruppen zum Rückgang des Durchschnittspreises beigetragen haben. Die grössten Preisrückgänge verzeichneten mehligkochende Kartoffeln (-13 %) und Raclettekartoffeln (-8 %). Frühkartoffeln hingegen verzeichneten einen leichten Preisanstieg. Der Preis von festkochenden Kartoffeln ging mit zwei Prozent vergleichsweise wenig zurück. Da diese Produktgruppe jedoch einen grossen Absatzanteil hat, fällt dieser Rückgang stark ins Gewicht. Zentrale Gründe für einen Preisdruck bei Kartoffeln sind einerseits das grosse Angebot aufgrund überdurchschnittlich gefüllter Lager zu Jahresbeginn und einer grossen Ernte im Herbst, und andererseits strategische Entscheidungen von bedeutenden Detailhandelsunternehmen, Leitartikel günstiger anzubieten im Kampf um Marktanteile.

Festkochende Kartoffeln: eine diverse Kategorie

Die Analyse der Preisentwicklungen auf Ebene Produktgruppe hat Vor- und Nachteile. Einerseits gibt sie einen guten Überblick über die durchschnittliche Preisentwicklung in der gesamten Produktgruppe, andererseits enthalten Produktgruppen unterschiedliche Produkte wie beispielsweise hochpreisige Spezialsorten, Premium-Artikel und Artikel im Tiefpreissegment. Diese verschiedenen Produkte haben unterschiedliche Preisverläufe, die sich innerhalb der Produktgruppe gegenseitig auch aufheben können. Da die Preise innerhalb der Produktegruppen zudem gewichtet sind mit ihren Absatzmengenanteilen, können Konsumpräferenzverschiebungen zu anderen Sorten auch zu Veränderungen des durchschnittlichen Preises der gesamten Produktgruppe führen, ohne dass eine Preisänderung bei den einzelnen Sorten stattfindet.
Die Gruppe der festkochenden Kartoffeln enthält verhältnismässig viele hochpreisige Artikel und Spezialitäten-Sorten wie beispielsweise Amandine, Celtiane oder blaue St. Galler. Dass dies ein wichtiger Aspekt beim Vergleich der Preise der verschiedenen Produktgruppen ist, zeigt ein Blick auf die interaktive Grafik der Konsumentenpreise im Detailhandel. Diese Grafik zeigt den Preisverlauf von Standardprodukten, deren Zusammensetzung sich nicht über die Zeit ändert. Hier zeigt sich, dass festkochende Kartoffeln der grünen Linie, die typischerweise im 2,5 kg-Sack angeboten werden, eine ähnliche Preisentwicklung hatte wie die mehligkochenden Kartoffeln in vergleichbarer Packung (blaue und rote Linien). Demgegenüber geben die im vorherigen Abschnitt analysierten Durchschnittspreise eine Gesamtentwicklung des Preisniveaus der jeweiligen Produktgruppen wieder. Somit waren die spezielleren Sorten in der Produktgruppe festkochende Kartoffeln nicht derart von Preisrückgängen betroffen wie die Standardartikel.
Da mehligkochende Kartoffeln und Raclettekartoffeln weniger Spezialsorten und Premium-Sorten enthalten, liegt ihr Produktgruppenpreis im Nicht-Bio-Segment oft unter demjenigen der Produktgruppe festkochende Kartoffeln.

1. Quartal 2026: Frühkartoffeln weniger gefragt

Das Jahr 2026 startete mit einem vergleichsweise kleinen Absatz von Frühkartoffeln. Im ersten Quartal 2026 wurden im Detailhandel 292 Tonnen davon verkauft (inkl. Bio-Qualität). Verglichen mit den fünf Vorjahren ist dies der tiefste Absatz im ersten Quartal. Es handelt sich bei den Frühkartoffeln in diesen frühen Monaten noch aussschliesslich um ausländische Kartoffeln.
Der durchschnittliche Detailhandelspreis für Frühkartoffeln in Nicht-Bio-Qualität war dabei höher als in den Vorjahren. So kostete ein Kilogramm Nicht-Bio Frühkartoffeln im Zeitraum Januar bis März 2026 durchschnittlich 2.83 Franken und damit 31 Prozent mehr als in den fünf Vorjahren. Bei Bio-Frühkartoffeln hingegen lag der Durchschnittspreis bei 3.29 CHF/kg und damit 14 Prozent unterhalb des Durchschnittspreises der fünf Vorjahre für das erste Quartal (3.84 CHF/kg).

So behalten Sie den Kartoffelmarkt im Blick

Die ersten Schweizer Frühkartoffeln sind seit Mai 2026 auf dem Markt. Weil Schweizer Kartoffeln ein höheres Preisniveau haben, gibt es bei Frühkartoffeln typischerweise im Mai und Juni einen Preisanstieg. Die Schweizer Saison für Frühkartoffeln dauert bis in den August an, danach werden für Gerichte im Herbst und Winter Raclettekartoffeln beliebt.
Die Entwicklung der Produktgruppen und Preise im Detailhandel können Sie mit unseren neuen interaktiven Grafiken laufend verfolgen auf der Märkte-Seite für Kartoffeln und Kartoffelprodukte

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