Veröffentlicht am 14. September 2026
Die inländische Ölsaatenproduktion wächst über die letzten 10 Jahre
Ölsaaten und Eiweisspflanzen
Die Schweizer Ölsaatenproduktion befindet sich auf Wachstumskurs. Zwischen 2016 und 2025 nahmen die Anbauflächen von Raps, Sonnenblumen und Soja deutlich zu (+21%), begleitet von einer starken Ausweitung der Bio-Produktion (+291%). Raps dominiert weiterhin den Ölsaatenanbau und verzeichnete steigende Produzentenpreise. Bei Sonnenblumen und Soja blieben die Preise auf Stufe Produktion dagegen über die letzten zehn Jahre weitgehend konstant.
Berechnung gleitender Durchschnitt
Die prozentualen Entwicklungen von Mengen werden anhand gleitender Dreijahresdurchschnitte – SMA oder Simple Moving Average – berechnet. Dadurch werden Ausreisser weniger stark gewichtet. Für die prozentuale Entwicklung der Jahre 2016 und 2025 wird beispielsweise die Durchschnittsmenge der Jahre 2014, 2015 und 2016 sowie die Durchschnittsmenge der Jahre 2023, 2024 und 2025 verwendet. Die Zahlen (z.B. die Importmenge 2024) in den Grafiken oder im Fliesstext sind dagegen absolute Werte und keine gleitenden Durchschnittswerte.
Anbauflächen von Raps, Sonnenblumen und Soja nehmen zu
Die Anbaufläche der Ölsaaten Raps, Sonnenblumen und Soja hat in der Schweiz in den vergangenen zehn Jahren (Δ16/25) um 21 Prozent zugenommen (gemäss SMA, siehe Box «Berechnung gleitender Durchschnitt»). Lag die Anbaufläche 2016 bei 27 563 Hektaren, stieg diese bis 2025 auf 33 855 Hektaren.
2025 wurden auf insgesamt 13 090 Hektaren Raps, Sonnenblumen und Soja unter Verzicht auf Pflanzenschutzmittel produziert. Dies entspricht einem Anteil von rund 39 Prozent der Flächen dieser drei Kulturen. 2016 erreichte dieser Anteil 32 Prozent (8 782 Hektaren). Dieser Anteil schwankt jedoch von Jahr zu Jahr beträchtlich und lag in den letzten zehn Jahren zwischen 28 Prozent und 39 Prozent.
Die biologisch bewirtschaftete Anbaufläche der drei Ölsaaten hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdreifacht (gemäss SMA). 2025 erreichte sie 2912 Hektaren im Vergleich zu 816 Hektaren 2016. Der flächenmässige Bio-Anteil macht 2025 bei den drei Ölsaaten damit insgesamt 8,6 Prozent aus.
Raps bleibt weiterhin wichtigste Ölsaat
[Grafik 1]
Im Jahr 2025 bauten 5809 Produzenten auf 22 950 Hektaren Raps zur Speiseölgewinnung an. Die Anbaufläche von Raps hat in den letzten 10 Jahren um rund acht Prozent zugenommen (gemäss SMA). Die Rapsanbaufläche macht 2025 rund 68 Prozent der Gesamtanbaufläche der drei Ölsaaten aus. Insgesamt konnten die Landwirtinnen und Landwirte 2025 rund 83 377 Tonnen Raps ernten. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Erntemenge um 8 942 Tonnen und damit um 12 Prozent. Dieser grosse Anstieg ist in erster Linie der schlechten Ernte 2024 geschuldet. Im Vergleich zu 2016 liegt die Erntemenge 2025 um fünf Prozent tiefer (gemäss SMA).
Die Anbaufläche von Bio-Raps hat sich in den letzten zehn Jahren um 146 Prozent (gemäss SMA) erhöht – allerdings auf niedrigem Niveau. 2025 wurde auf 581 Hektaren biologischer Rapsanbau betrieben. Dies entspricht einem Anteil von 2,5 Prozent an der gesamten Rapsanbaufläche.
Der Anbauflächen-Anteil mit Verzicht auf Pflanzenschutzmittel beträgt beim Raps 2025 28 Prozent bzw. 6491 Hektaren, wobei darunter auch Bio-Anbauflächen fallen können. In den letzten zehn Jahren hat sich der Anteil der Flächen mit PSM-Verzicht beim Raps um 44 Prozent erhöht (gemäss SMA).
Bio-Soja-Anbaufläche vervierfacht sich
Insgesamt wurde 2025 auf 3411 Hektaren Soja angebaut. Auffallend dabei ist: Beim Soja sind 2025 45,3 Prozent (1546 Hektaren) der Anbauflächen biologisch bewirtschaftet. Die Anbaufläche von Sojabohnen hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt (gemäss SMA). Die Anbaufläche von Bio-Soja steigt im gleichen Zeitraum um mehr als das Vierfache. Ein Grund für diese starke Zunahme dürfte sein, dass seit 2022 das Kraftfutter für Tiere mit dem Bio-Knospe-Label aus der Schweiz stammen muss. Dadurch hat sich die Nachfrage nach inländischem Bio-Soja verändert. Allerdings sind die Bio-Anbauflächen bereits in den Jahren zuvor stark angestiegen. Analog dazu ist die Produktionsmenge in den letzten Jahren ebenfalls um 93 Prozent gestiegen (gemäss SMA). 2025 liegt diese bei insgesamt 9531 Tonnen.
Starke Zunahme beim Sonnenblumen-Anbau
2025 wurden in der Schweiz auf 7494 Hektaren Sonnenblumen angebaut. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Anbaufläche um drei Prozent zugenommen. In den letzten zehn Jahren ist die Anbaufläche markant – um 59 Prozent – gestiegen (gemäss SMA). Dabei sind insbesondere die Flächen mit PSM-Verzicht (Δ16/25: +71%, gemäss SMA) und die Bio-Flächen (Δ16/25: +266%, gemäss SMA) in diesem Zeitraum stark angestiegen.
Die Produktionsmenge ist von 2016 auf 2025 gemäss gleitendem Dreijahresdurchschnitt um rund 77 Prozent gestiegen. Die produzierte Menge liegt 2025 bei insgesamt 23 799 Tonnen.
Grossteil der Ölsaaten wird in drei Kantonen im Mittelland angebaut
[Grafik 2]
Der Anbau der Ölsaaten Raps, Sonnenblumen oder Soja konzentriert sich in der Schweiz auf die drei Kantone Zürich, Bern und Waadt. Dabei ist der Kanton Waadt mit einer Anbaufläche von 9973 Hektaren – was einem Anteil von 29 Prozent entspricht – der mit Abstand bedeutendste Anbaukanton von Ölsaaten. Insgesamt verteilt sich 91 Prozent der gesamten Anbaufläche auf zehn Kantone (vgl. Abbildung).
Produzentenpreise für Raps steigen stark in den letzten 10 Jahren
Definitionen bei der Ölsaatenproduktion
HO-Sonnenblumen und HOLL-Raps
Es gibt Sonnenblumen- und Rapssorten, aus denen hitzestabiles Speiseöl gewonnen wird. Bei Sonnenblumen werden diese Sorten als High-Oleic oder kurz HO bezeichnet, da ihr Öl hohen Anteil an Ölsäure aufweist. Bei Raps spricht man von High-Oleic-Low-Linoleic, kurz HOLL. HOLL-Raps weist einen hohen Anteil an Ölsäure sowie einen geringen Anteil an Linolensäure auf.
IP-SUISSE
IP-SUISSE ist ein Label für die «integrierte Produktion» (IP). Bei IP-SUISSE angemeldete Betriebe müssen die Labelanforderungen von IP-SUISSE einhalten. So gibt es unter anderem spezifische Richtlinien zur Düngung und zum Pflanzenschutz sowie Vorgaben zur Biodiversitätsförderung. Diese gehen in verschiedenen Bereichen über die gesetzlichen Mindestanforderungen des konventionellen Anbaus hinaus. Die Produzenten von Getreide, Eiweisspflanzen und Ölsaaten, die nach den IP-SUISSE-Richtlinien produzieren, erhalten für die Erfüllung dieser zusätzlichen Anforderung neben dem Produzentenpreis zusätzlich eine IP-SUISSE-Prämie.
Gemäss Stichprobenerhebung des BLW liegen die Produzentenpreise 2025 für konventionell produzierten Raps bei 90.5 CHF/100kg resp. 99.6 CHF/100kg für HOLL- Raps. Die Preise für Raps – produziert unter dem IP-SUISSE-Label (exkl. IP-SUISSE-Prämien) – liegen bei 87.4 CHF/100kg resp. 99.0 CHF/100kg für HOLL-Raps. Die IP-SUISSE-Produzenten erhalten 2025 zusätzlich eine Prämie von 10 CHF/100kg. Der Produzentenpreis für biologisch produzierten Raps liegt 2025 dagegen bei 214.5 CHF/100kg. Der Grund für diesen im Vergleich zu konventionellem Raps sehr hohen Preis liegt an der deutlich tieferen Ertragssicherheit von biologisch produziertem Raps.
Über die letzten zehn Jahre zeigen sich bei Raps deutliche Anstiege der Produzentenpreise. Während die Preise für IP-SUISSE-Raps (herkömmliche Sorten) von 2016 bis 2025 basierend auf den gleitenden Dreijahresdurchschnitten nur um 1,2 Prozent zunehmen, steigen die übrigen Produzentenpreise zwischen 5 und 15 Prozent: Der geringste Anstieg verzeichnet IP-SUISSE-HOLL-Raps (Δ16/25: +5,4%), konventioneller Raps steigt je nach Sortengruppe um 14,6 Prozent (HOLL-Raps) resp. 15,5 Prozent (herkömmliche Sorten). Diese Preisanstiege dürften unter anderem auf die sinkende Ertragssicherheit von Raps zurückzuführen sein. Auf Basis der gleitenden Dreijahresdurchschnitte sinkt die Flächenproduktivität von Raps zwischen 2016 und 2025 um rund 11 Prozent (gemäss SMA). Dies aufgrund steigendem Schaderregerdruck und Einschränkungen bei wirksamen Pflanzenschutzmitteln.
Der Produzentenpreis für konventionell produzierte Sonnenblumen beträgt 2025 84.4 CHF/100kg resp. 87 CHF/100kg für HO-Sonnenblumen. Der Preis von biologisch produzierten Sonnenblumen liegt 2025 bei 151.7 CHF/100kg. Preise für Sonnenblumen produziert unter dem IP-SUISSE-Label liegen keine vor.
Die Produzentenpreise von konventionell produzierten Sonnenblumen (herkömmliche Sorten und High Oleic) sind über die letzten zehn Jahre ungefähr konstant geblieben. Ein Vergleich der gleitenden Dreijahresdurchschnitte von 2016 und 2025 zeigt: Die Preise der herkömmliche Sonnenblumensorten steigen um rund 1,4 Prozent, dagegen sinken die Preise in den letzten zehn Jahren bei High Oleic Sonnenblumen und Bio-Sonnenblumen um rund 3,2 Prozent resp. 0,2 Prozent.
Der Produzentenpreis für konventionelle Sojabohnen liegt bei 54.1 CHF/100kg, jener für biologisch produzierte Sojabohnen bei 163.2 CHF/100kg. Die Preise von konventionellen Sojabohnen sind über die letzten zehn Jahre ungefähr konstant geblieben. Gemäss gleitender Dreijahresdurchschnitte steigt der Preis um rund 3,3 Prozent. Die Preise für Bio-Sojabohnen liegen erst seit 2023 vor, daher kann die Veränderung über die letzten zehn Jahre nicht analysiert werden.
Hoher Sonnenblumenölimport aufgrund günstiger Zollregelungen
[Grafik 3]
Die Analyse der Importdaten von SwissImpex zeigt, dass beim Ölsaaten-Import in die Schweiz das Sonnenblumenöl dominiert – 2025 sind es insgesamt 48 666 Tonnen. Im Vergleich dazu wird deutlich weniger Rüb-/Raps-/Senföl und Olivenöl importiert mit jeweils 17 117 resp. 17 939 Tonnen 2025. Ein Grund für diesen hohen Anteil von importiertem Sonnenblumenöl liegt an der Möglichkeit, Pflanzenöl zollfrei aus den ärmsten Entwicklungsländern zu importieren. Der Anteil des zollfrei importierten Sonnenblumenöls liegt 2025 bei 44 Prozent, wohingegen der Anteil von zollfrei importiertem Öl bei Rüb-/Raps-/Senföl und Olivenöl bei je rund sieben Prozent liegt. Signifikante Mengen von Ölen und Fetten werden in verarbeiteter Form unter Beanspruchung von Rückerstattungen wieder exportiert. Weitere Informationen dazu finden sich im Agrarbericht 2025 (siehe Agrarbericht 2025 – Ölsaaten).
Starker Preisanstieg bei importiertem Olivenöl über die letzten Jahre
[Grafik 4]
Definition und Berechnungen bei Importen
Neben Mengendaten veröffentlicht SwissImpex ebenfalls den Wert pro Warengruppe. Dieser Wert bezieht sich auf den fakturierten Preis der Ware an der Schweizer Grenze zuzüglich Transport- und Versicherungskosten sowie sonstigen Kosten, abzüglich Rabatte und Skonti und exklusive Einfuhrabgaben.
Mit diesen Angaben aus SwissImpex kann näherungsweise der Importpreis franko Schweizer Grenze berechnet werden. Dazu wird pro Warengruppe der Wert durch die Importmenge dividiert. Dieser Durchschnittspreis ist jedoch nur eine Annäherung für die Importpreise franko Grenze, denn unterschiedliche Warenqualitäten (z.B. aus konventionellem und biologischem Anbau) werden unter derselben Zolltarifnummer importiert. Diese Mengenanteile innerhalb einer Warengruppe können sich über die Zeit verändern. Deshalb bedeuten Änderungen im berechneten Durchschnittspreis nicht unbedingt veränderte Warenpreise.
Bei den importierten Ölen schwingt der Durchschnittspreis für Olivenöl 2025 mit 743.6 CHF/100kg klar oben aus. Die berechneten Durchschnittspreise von importiertem Rüb-/Raps-/Senföl und Sonnenblumenöl liegen deutlich darunter mit 124.4 CHF/100kg resp. 156.9 CHF/100kg.
In den letzten zehn Jahren steigt insbesondere der durchschnittliche Importpreis von Olivenöl stark an (+48% gemäss SMA) – vor allem aufgrund der starken Preissteigerungen seit 2021. Diese sind primär auf schlechte Ernten zurückzuführen. Besonders 2024 war geprägt durch lange Dürreperioden und Hitzewellen im Mittelmehrraum. 2025 gab es zwar eine Entspannung der Marktlage, allerdings blieb der Preis auf hohem Niveau.
Detailhandelspreise von Speiseölen sinken 2025 nach schwierigen Vorjahren
[Grafik 5]
2025 haben Konsumentinnen und Konsumenten für 224,17 Millionen Franken pflanzliches Speiseöl im Schweizer Detailhandel eingekauft. Dies entspricht einem Gesamtvolumen von rund 26 Millionen Litern Speiseöl. Die Differenz zwischen Gesamtangebot und Detailhandel lässt sich hauptsächlich auf die Verarbeitung und Gastronomie – welche hier nicht abgebildet ist – zurückführen. Über die betrachteten fünf Jahre sinkt der Absatz um 14 Prozent. Der Umsatz nimmt im gleichen Zeitraum jedoch um sieben Prozent zu.
2025 scheint jedoch eine Trendumkehr stattzufinden. Im Vergleich zum Vorjahr nimmt der Verkauf von Speiseöl im Detailhandel 2025 wertmässig um 4,1 Prozent ab und steigt mengenmässig um 0,8 Prozent. Der Haupttreiber für den Umsatzrückgang sind tiefere Umsatzzahlen beim Olivenöl. Dieses macht 2025 rund 60 Prozent des Umsatzes aller Speiseöle aus. Die Umsätze der anderen Speiseöle sind im Vergleich zum Vorjahr jedoch ebenfalls gesunken. Während aber Raps-, Sonnenblumen- und übrige Öle auch einen tieferen Absatz aufweisen, steigt der Absatz von Olivenöl im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent.
Der Grund für diese Bewegungen scheinen die oben besprochenen starken Preisschwankungen rund um 2024 zu sein. Diese spiegeln sich ebenfalls in den Durchschnittspreisen auf Stufe Detailhandel wider. 2024 lag der durchschnittliche Preis von Olivenöl über alle Produktionssysteme hinweg bei 15,25 CHF/l und somit 27,4 Prozent über dem Durchschnittspreis vom Vorjahr 2023. Verglichen mit 2021 liegt der Preis 2024 gar 46,1 Prozent höher. Der Durchschnittspreis von Rapsöl (Bio und Nicht-Bio) erhöhte sich in den gleichen Zeiträumen dagegen merklich weniger stark (Δ21/24 +7,1%, Δ23/24 -7,6%). Die Absatzmenge von Rapsöl erhöhte sich daher 2024 im Vergleich zu 2023 um 12 Prozent. Umgekehrt zeigt sich 2025 bei sinkendem durchschnittlichem Importpreis von Olivenöl eine Steigerung des Olivenölabsatzes und eine Senkung des Absatzes von Rapsöl verglichen mit 2024. Es zeigt sich also, dass Konsumentinnen und Konsumenten bei Preiserhöhungen eines Speiseöls, teilweise auf andere, günstigere Speiseöle ausweichen.
Über die gesamte Speiseölkategorie betrachtet, ist der durchschnittliche Verkaufspreis 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent gesunken. Besonders stark ist der Preisrückgang beim Olivenöl. Die starken Preiserhöhungen von 2024 werden allerdings nicht wettgemacht. Besonders bei Nicht-Bio-Olivenöl ist der Preisrückgang ausgeprägt (Δ24/25: -12,8%) während er bei Bio-Olivenöl moderater ausfällt (Δ24/25: -4,1%). Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Durchschnittspreis von Nicht-Bio-Olivenöl 2024 viel stärker angestiegen ist als jener von Bio-Olivenöl. Die Durchschnittspreise von Raps- und Sonnenblumenöl sinken ebenfalls (Δ24/25: -2,7% resp. -5,0%). Dabei sinkt der Durchschnittspreis von Nicht-Bio-Raps um 3,8 Prozent und jener von Bio-Raps um 3,0 Prozent. Der Grund weshalb die Preissenkungen beider Kategorien tiefer liegt als das Aggregat ist der Anstieg des Bio-Rapsölabsatzes am Gesamtabsatz. Bei Sonnenblumenöl sinkt der Preis von Nicht-Bio-Produkten um 5,2 Prozent und bei Bio um 2,2 Prozent. Der Bio-Anteil bleibt hier im Vergleich zum Vorjahr beinahe unverändert. Die Preissenkungen bei Raps- und Sonnenblumenöl haben bereits in vorherigen Jahren begonnen. Bei diesen Produkten war vor allem der Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 Auslöser für Preiserhöhungen. Seither sind die Durchschnittspreise von Raps- und Sonnenblumenöl im Detailhandel beinahe wieder auf das Niveau von 2021 gesunken.
NielsenIQ Switzerland als Datenquelle
Die hier analysierten Daten von NielsenIQ Switzerland basieren auf zwei verschiedenen Datenpanels:
- Konsumentenpanel
- Retail- bzw. Scanningpanel
Das Konsumentenpanel von NielsenIQ Switzerland besteht aus rund 4000 Haushalten der Deutschschweiz (inkl. Tessin) und Westschweiz. Dabei erfassen die am Panel beteiligten Haushalte die gesamten Einkäufe jedes Haushaltmitglieds über das gesamte Jahr.
Im Retail- bzw. Scanningpanel von NielsenIQ Switzerland sind all jene Produkte erfasst, welche bei den am Panel beteiligten Detailhandelsunternehmen an den Kassen gescannt werden. Das Retailpanel umfasst die meisten national relevanten Akteure im stationären Schweizer Detailhandel. Fachhändler, Fachgeschäfte (z.B. Metzgereien), Direktvermarkter und gewisse Discounter sind im Retailpanel nicht abgebildet.
Im kombinierten Panel (Konsumenten- und Retailpanel) werden jene Verkaufskanäle, die nicht im Retailpanel enthalten sind (z.B. Fachhandel), über das Konsumentenpanel geschätzt und zusammen mit dem Retailpanel zu einem globalen Panel über den gesamten stationären Detailhandel inkl. Online-Handel hochgerechnet. Das kombinierte Panel ist die Basis für die vorliegende Analyse.
Ausblick
Gemäss der Rahmenvereinbarung zwischen dem SGPV (Schweizerischen Getreideproduzentenverband) und SwissOlio (Verband Schweizerischer Hersteller von Speiseölen, Speisefetten und Margarinen) sowie anderen Verträgen (Futtersoja) wurde für 2026 die Verarbeitung von 134 165 Tonnen Ölsaaten vereinbart. Davon entfallen rund 106 065 auf Raps, 28 100 Tonnen auf Sonnenblumen und 7500 Tonnen auf Futtersoja. Im Vergleich zum Vorjahr steigt somit die Vertragsmenge gemäss Rahmenvereinbarung um 1,5 Prozent. Dieser Anstieg ist insbesondere auf höhere Vertragsmengen von Sonnenblumen aber auch Soja zurückzuführen. Die Vertragsmenge von Raps bleibt im Vergleich zum Vorjahr indes konstant.
Ob die zugeteilten Mengen geerntet werden können, ist wesentlich vom Witterungsverlauf abhängig. Durch den Bau eines zweiten Presswerks des Pflanzenölherstellers Florin steigt die Presskapazität von Rapsöl weiter an. Damit dürfte es in der Schweiz kaum mehr zu Engpässen bei der Verarbeitung von Ölsaaten kommen.
Fazit
Die Anbaufläche von Raps, Sonnenblumen und Soja nahm zwischen 2016 und 2025 um 21 Prozent zu (gemäss gleitenden Dreijahresdurchschnitten). Wachstumstreiber waren insbesondere Sonnenblumen und Soja. Gleichzeitig hat sich der Anteil von Anbauflächen mit Verzicht auf Pflanzenschutzmittel erhöht und die biologisch bewirtschaftete Anbaufläche der drei Kulturen nahezu verdreifacht. Vor allem beim Sojaanbau hat sich der Bio-Anteil stark ausgeweitet und macht inzwischen rund 45 Prozent der Anbaufläche von Soja aus.
Raps bleibt trotz dieser Veränderungen die wichtigste einheimische Ölsaat. Raps belegt mehr als zwei Drittel der betrachteten Ölsaatenfläche und liefert den grössten Beitrag zur inländischen Pflanzenölproduktion. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Ertragssicherheit im Rapsanbau in den letzten Jahren gesunken ist, aufgrund von zunehmendem Schaderregerdruck und eingeschränkten Möglichkeiten beim Pflanzenschutz. Dies dürfte mit ein Grund für die steigenden Produzentenpreise bei Raps sein, während sich die Produzentenpreise für Sonnenblumen und Sojabohnen über die letzten zehn Jahre kaum verändert haben.
Die Aussenhandelsdaten verdeutlichen zudem die hohe Bedeutung von Importen für die Versorgung der Schweiz mit Speiseölen. Insbesondere Sonnenblumenöl wird in grossen Mengen importiert.
Auf der Nachfrageseite spielt Olivenöl weiterhin eine dominante Rolle im Schweizer Detailhandel. Die verhältnismässig grossen Preisbewegungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Konsumentinnen und Konsumenten auf Preisänderungen reagieren und teilweise zwischen verschiedenen Speiseölen wechseln. Nach den starken Preisanstiegen in den Jahren 2022 bis 2024 gingen die Durchschnittspreise 2025 bei den meisten Speiseölen wieder zurück. Dennoch liegen insbesondere die Konsumentenpreise von Olivenöl 2025 weiterhin über dem Niveau vor den jüngsten Marktverwerfungen von 2024.
Die weiterhin steigende Nachfrage nach einheimischen Ölsaaten, der Ausbau der Verarbeitungskapazitäten sowie die hohen Zuteilungsmengen für die Ernte 2026 sprechen für eine anhaltend grosse Bedeutung des Sektors. Die weitere Entwicklung hängt jedoch wesentlich von den Witterungsbedingungen, klimatischen Entwicklungen, dem Schaderregerdruck sowie den Rahmenbedingungen im Pflanzenbau und auf den internationalen Agrarmärkten ab.