Veröffentlicht am 31. März 2026

Hohe Nachfrage und Produktionsrekorde im Eiermarkt 2025

Eier
Die Eierproduktion in der Schweiz erreichte im Jahr 2025 mit 1 201 Millionen Stück einen neuen Höchststand. Dennoch blieb die Versorgungslage angespannt, da der Inlandbedarf im Vergleich zum Vorjahr um weitere 5,0 % zunahm. Der Detailhandel verzeichnete ein markantes Nachfragewachstum von 8,9 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei insbesondere Import-Konsumeier an Bedeutung gewannen. Trotz der Knappheit an Schweizer Eiern sanken die Konsumentenpreise leicht, während die Produzentenpreise leicht stiegen.
Fachbereich Marktanalysen BLW
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© Unsplash

Eierproduktionsdaten in 2025

Ab dem Jahr 2025 erfolgt die Erhebung der Eierproduktionsdaten nach einer angepassten Berechnungslogik des Aviforum. Da das Jahr 2024 noch nach der bisherigen Methode berechnet wurde, entsteht zwischen 2024 und 2025 ein statistischer Sprung, der bei Vergleichen der beiden Jahre berücksichtigt werden muss. Für die Gesamtproduktion beträgt dieser Sprung 2,7 %, für Bio‑Eier 1,7 %.
Diese Werte bezeichnen jenen Teil der Differenz in der ausgewiesenen Eiermenge, der nicht auf eine tatsächliche Veränderung der Produktion zurückzuführen ist. In den im Bericht dargestellten Jahresveränderungen für 2025 wurde dieser Effekt bereinigt. Sämtliche Veränderungsraten beziehen sich somit auf die effektive Entwicklung der Eierproduktion.

Schweizer Eierproduktion erreicht neuen Höchststand

Im Jahr 2025 erreichte die Schweizer Eierproduktion mit 1 201 Millionen Eiern einen neuen Höchststand. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Inlandproduktion effektiv um 4,2 % (methodenbereinigt). Weiterhin bleiben Freilandeier die in der Schweiz meistproduzierte Haltungsform und nahmen gegenüber dem Vorjahr effektiv zu. Auch die Produktion von Bioeiern erhöhte sich, um effektiv 2,7 % gegenüber 2024 (methodenbereinigt). Einzig die Bodenhaltungseier verzeichneten erneut einen Rückgang der produzierten Menge, eine seit 2016 anhaltende Entwicklung.

SCHWEIZER EIERMARKT

Entwicklung der Inlandproduktion nach Produktionssystem

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Aviforum

Die Nachfrage nach Schweizer Eiern war in den Jahren 2022 und zu Beginn von 2023 tiefer als erwartet. Auf die gesunkene Nachfrage reagierte die Eierbranche mit einer eher vorsichtigen Produktionsplanung. Bereits 2024 kam es jedoch zu einem deutlichen Nachfrageanstieg, auf den die Branche nicht vorbereitet war. Da die Eierproduktion mit lebenden Tieren erfolgt, können Produzenten nicht kurzfristig auf Nachfrageveränderungen reagieren: Eine Anpassung der Produktionskapazitäten erfordert in der Regel rund eineinhalb Jahre Vorlaufzeit. Trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten gelang es den Schweizer Produzenten, die Produktion im Jahr 2024 um 2,8 % gegenüber dem Vorjahr zu steigern.
Trotz Erhöhung der Produktion im Jahr 2025 konnte die Eierproduktion nicht mit der gestiegenen Nachfrage nach Schweizer Eiern Schritt halten. Entsprechend blieb die Versorgungslage angespannt, und vereinzelt kam es zu Knappheiten, vor allem in den Spitzenzeiten um Ostern und Weihnachten. Zudem gab es im gesamten Jahresverlauf keinen Zeitpunkt, an dem die Lagerbestände in grösserem Umfang aufgebaut werden konnten.

Inlandbedarf auf Rekordniveau

Im Jahr 2025 erreichte der Inlandbedarf an Eiern insgesamt 1 918 Millionen Stück und stieg damit um 5,0 % gegenüber dem Vorjahr (methodenbereinigt). Unter Inlandbedarf wird in diesem Kontext der gesamte Eierverbrauch im Inland verstanden, bestehend aus der inländischen Produktion zuzüglich Importen. Obwohl die inländische Produktion zunahm, konnte sie die wachsende Nachfrage nicht vollständig decken. Zur Sicherstellung der Versorgung wurden 717 Millionen Eier (inkl. in Stückzahlen umgerechnete Eiprodukte) importiert, was einer Erhöhung von 6,4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Im Jahr 2024 wurde bereits ein damaliger Höchststand in der Nachfrage verzeichnet, der 2025 nochmals übertroffen wurde. Allein der Bedarf an Konsumeiern, also Eiern, die direkt an Haushalte, Gastronomie und den Detailhandel verkauft und ohne Weiterverarbeitung konsumiert werden, stieg um 144 Millionen Stück auf 1 493 Millionen Eier. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der europäische Eiermarkt 2025 durch eine steigende Nachfrage sowie durch Ausbrüche der Vogelgrippe geprägt war, was zu tiefen Verfügbarkeiten und rekordhohen Preisen führte. Bei einem Ausbruch der Vogelgrippe in einem Stall müssen alle Tiere getötet werden. Dies führt zu einer Verknappung des Angebots und zu anschliessenden Preiserhöhungen. Die Schweiz importiert am meisten Eier aus den Niederlanden, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Diese Länder waren von Vogelgrippenausbrüchen betroffen (Quelle: Avian Flu Data Portal).

SCHWEIZER EIERMARKT

Gesamter Inlandbedarf aufgeteilt nach Schweizer Produktion und Import

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Aviforum; Swissimpex; BAZG

Auf Antrag der Branche beschloss der Bundesrat im Jahr 2024 Anpassungen der Eierverordnung (EiV, SR 916.371) sowie der Agrareinfuhrverordnung (AEV, SR 916.01). So wurde das Teilzollkontingent Nr. 09.1 für Konsumeier per 1. Januar 2025 zulasten des Kontingents für Verarbeitungseier (Nr. 09.2) um 3 572 Tonnen auf insgesamt 21 000 Tonnen erhöht. Am 30. April 2025 erhöhte der Bundesrat das Kontingent für Konsumeier um weitere 10 000 Tonnen. Mit dem Ziel, dass dieses Kontingent nicht bereits vor der saisonalen Nachfragespitze im Dezember ausgeschöpft war, wurden beide Erhöhungen in zwei Tranchen aufgeteilt: Die erste Tranche vom 1. Januar bzw. vom 1. Juni bis zum 31. Dezember umfasste 65 % des Kontingents, die zweite Tranche vom 1. September bis zum 31. Dezember die restlichen 35 %. Insgesamt konnten somit im Jahr 2025 31 000 Tonnen Eier importiert werden, ohne dass der hohe Ausserkontingentszoll anfiel, was den Zugang zu kostengünstigen Konsumeiern vereinfachte.
 Der Selbstversorgungsgrad (d.h. der Anteil der Inlandproduktion am gesamten Inlandbedarf) veränderte sich 2025 kaum. Mit 62,6 % lag er leicht über dem Vorjahreswert, was einer minimalen Zunahme von 0,1 Prozentpunkten entspricht. Werden nur die Konsumeier, also weder Verarbeitungseier noch Eiprodukte berücksichtigt, ergibt sich ein deutlich höherer Selbstversorgungsgrad von 69,9 %. Seit 2022, als dieser noch bei 79,1 % lag, ist er jedoch rückläufig.

Pro-Kopf-Verbrauch steigt weiter an

Bereits im Jahr 2024 nahm die Nachfrage nach Konsumeiern deutlich zu. Diese Entwicklung setzte sich 2025 weiter fort. Der Pro‑Kopf‑Verbrauch stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,8 % und erreichte mit 209 Eiern pro Person einen neuen Höchststand. In dieser Berechnung nicht enthalten sind importierte verarbeitete Produkte wie Backwaren, die ebenfalls Eier enthalten können.

SCHWEIZER EIERMARKT

Entwicklung des Pro-Kopf-Verbrauchs aufgeteilt nach Schweizer Produktion und Import

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Agristat; Aviforum

Dieser Anstieg lässt sich darauf zurückführen, dass Eier eine kostengünstige Proteinquelle darstellen und wertvolle Nährstoffe enthalten, die zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen. Dabei geniessen Schweizer Eier im Rahmen ihrer Verfügbarkeit gegenüber importierten Eiern eine gewisse Konsumpräferenz. In 2025 verringerte sich zudem die Preisdifferenz zwischen Schweizer Eiern und den typischerweise günstigeren Import­eiern, unter anderem aufgrund steigender Preise für europäische Eier (siehe auch Abschnitt «Tiefere Konsumentenpreise für bevorzugte Produktionssorten»).

Importeier gewinnen im Detailhandel weiter an Relevanz

Analog zum steigenden Pro‑Kopf‑Verbrauch zeigt sich auch im Schweizer Detailhandel eine deutlich gewachsene Nachfrage nach Konsumeiern. Der grösste Teil des Inlandbedarfs entfällt auf den Detailhandel. In diesem Kanal wurden 2025 insgesamt 985 Millionen Eier verkauft. Dies entspricht einem Plus von 8,9 % gegenüber dem Vorjahr sowie um 19,1 % in den letzten fünf Jahren.

SCHWEIZER EIERMARKT

Nachfrage nach Konsumeiern im Schweizer Detailhandel

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; Nielsen IQ Switzerland, Retail/Consumer Panel

Schweizer Freilandeier bleiben mit einem Anteil von 37,6 % die wichtigste Kategorie für Konsumentinnen und Konsumenten. Gemeinsam mit Bioeiern erreichten sie einen Marktanteil von 52,9 %. Bodenhaltungseier sowie Eier ohne Angabe des Produktionssystems kamen gemeinsam auf 16,1 %. Prozentual am stärksten zugelegt haben die Import­eier: Ihr Absatz betrug 30,9 %, was einem Anstieg von 24,4 % gegenüber 2024 entspricht.

Mengenrückgang bei Verarbeitungseiern

Verarbeitungseier sind Schaleneier, welche aufgeschlagen werden und danach zu Eiprodukten verarbeitet werden. Die hergestellten Eiprodukte werden in der Lebensmittelindustrie aber auch in der Ausserhausverpflegung verwendet. Im Jahr 2025 ging die Menge an Verarbeitungseiern im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 % zurück. Die Abnahme ist insbesondere auf einen Rückgang der aus Importen stammenden Verarbeitungseier zurückzuführen, während die Zahl der Schweizer Verarbeitungseier im selben Zeitraum leicht zunahm. Die allgemeine Knappheit im Eiermarkt und die hohe Nachfrage nach Konsumeiern im Detailhandel führte auch im Bereich der Verarbeitungseier zu einer insgesamt knappen Versorgungslage.

SCHWEIZER EIERMARKT

Schweizer und Import Verarbeitungseier

© BLW, Fachbereich Marktanalysen; BAZG

In der Schweiz stammen über 90 % der Verarbeitungseier aus Freiland- oder Bio-Haltung. Nur wenige kommen aus Bodenhaltung oder aus unbekannter Herkunft. Bei den Importen auf Verarbeitungsstufe spielen Eiprodukte wie Flüssigei und Eipulver dazu eine wichtige Rolle. Werden diese berücksichtigt, liegt der Anteil der Schweizer Eier noch bei rund 37 %.

Leichte Abnahme verbilligter und aufgeschlagener Eier

Die Nachfrage nach Eiern ist saisonal, so werden besonders viele Eier während Ostern zum «Eiertütschen» und während Weihnachten zum Backen nachgefragt. Legehennen legen aber das ganze Jahr über Eier. Damit es in den Perioden ausserhalb der Nachfragespitzen nicht zu Preiseinbrüchen für die Produzentinnen und Produzenten kommt, gibt es die Marktentlastungsmassnahmen (MEM). Dabei stehen maximal 1,5 Millionen Schweizer Franken für Aufschlagsaktionen und 0,5 Millionen Schweizer Franken für Verbilligungsaktionen zur Verfügung. Der maximale Beitrag beträgt 9 Rappen pro Ei bei Aufschlagsaktionen und 5 Rappen pro Ei bei Verbilligungsaktionen.  Weil die verfügbaren Mittel begrenzt sind, werden die Beiträge an die Gesuchstellenden nach deren Marktanteil für Inlandeier ausgerichtet. Im Jahr 2025 wurden für 36,2 Millionen Eier Beiträge ausbezahlt. Dies entspricht einem Rückgang von 3,1 % im Vergleich zum Vorjahr. In Kombination mit der steigenden inländischen Eierproduktion sank der Anteil der beitragsberechtigten Eier im Jahr 2025 auf 3,0 %.

SCHWEIZER EIERMARKT

Entwicklung beitragsberechtigter, aufgeschlagener, respektive verbilligter Schweizer Konsumeier

© BLW, Fachbereich Marktanalysen

Steigende Produzentenpreise über alle Produktionssysteme hinweg

Nachdem die Preise im Jahr 2024 relativ konstant geblieben waren, stiegen sie im Jahr 2025 über alle Produktionssysteme hinweg an. Am stärksten erhöhten sich die Preise für Bodenhaltungseier, und zwar um 7,9 % auf 22 Rp./Ei. Die Preissteigerungen für Freiland- und Bioeier lagen bei 4,8 % bzw. 5,2 % und betrugen somit 25 Rp./Ei bzw. 48 Rp./Ei. Betrachtet man den gewichteten Durchschnittspreis aller Produktionsformen von Schweizer Eiern, so hat sich der Produzentenpreis um 1 Rp./Ei erhöht. Ein Teil dieser Erhöhung lässt sich damit erklären, dass das Töten männlicher Küken in der Eierproduktion im Jahr 2025 schrittweise beendet wurde. Die von Bio Suisse und der Eierbranche erarbeiteten Lösungen sehen vor, die dadurch entstehenden Kosten über einen höheren Produzentenpreis zu vergüten. Seit dem 1. Januar 2026 sind beide Lösungen nun vollständig umgesetzt.

SCHWEIZER EIERMARKT

Entwicklung der Produzentenpreise

© BLW, Fachbereich Marktanalysen

Tiefere Konsumentenpreise für bevorzugte Produktionssorten

Der gewichtete Durchschnittspreis aller Produktionsformen lag 2025 bei 65 Rp./Ei, was einer Preissenkung von 2 Rp./Ei im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Preisentwicklung nach Produktionssystem war unterschiedlich.  Schweizer Freiland- und Bioeier decken gemeinsam über 50 % der Nachfrage im Detailhandel ab und bleiben damit die bevorzugten Produktionsformen der Konsumentinnen und Konsumenten. Die Preise für Schweizer Freilandeier sanken um 1,7 % auf 62 Rp./Ei, die erste Preissenkung bei Freilandeiern im Detailhandel seit fünf Jahren. Auch der Konsumentenpreis für Schweizer Bioeier ging leicht zurück, um 0,8 % auf 86 Rp./Ei.

SCHWEIZER EIERMARKT

Entwicklung der Konsumentenpreise

© BLW, Fachbereich Marktanalysen

Im Vergleich dazu stieg der Preis für Schweizer Bodenhaltungseier um 3,4 % auf 48 Rp./Ei. Ebenfalls erhöht hat sich der Preis für Importeier: Dieser legte zum sechsten Mal in Folge zu und stieg 2025 um 4,1 % auf 30 Rp./Ei, unter anderem bedingt durch die geringe Verfügbarkeit von Schaleneiern im europäischen Raum. Damit verringerte sich die Preisdifferenz zwischen Schweizer Eiern und den typischerweise günstigeren Importprodukten.

Fazit

Der Schweizer Eiermarkt war im Jahr 2025 durch eine Kombination aus starkem Nachfragewachstum, einem leichten Produktionsausbau Produktionsausbau und einer anhaltend angespannten Marktsituation geprägt. Zwar erreichte die Inlandproduktion mit 1 201 Millionen Eiern einen neuen Rekordwert, doch selbst dieser Zuwachs von 4,2 % reichte nicht aus, um den weiterhin steigenden Bedarf vollständig zu decken. Die hohe Nachfrage im Detailhandel führte weiterhin zu Engpässen, insbesondere während saisonaler Spitzenzeiten. Entsprechend mussten die Importe um 6,4 % gegenüber dem Vorjahr erhöht werden.
Auch preislich entwickelte sich der Markt heterogen: Während die Produzentenpreise tendenziell anstiegen, sanken die Konsumentenpreise der beliebten Schweizer Freiland‑ und Bioeier leicht. Hingegen legten die Preise für Importeier hauptsächlich infolge der angespannten Versorgungslage im europäischen Raum weiter zu.
Für das Jahr 2026 ist davon auszugehen, dass die Nachfrage hoch bleibt. Eine Erhöhung der Inlandproduktion benötigt aufgrund der notwenigen Kapazitäten  jedoch Zeit, sodass kurzfristig weiterhin Unsicherheiten bestehen und gewisse Engpässe nicht ausgeschlossen werden können.

Daten und Abbildungen

Infografik Eiermarkt 2024

PDF    |    15.04.2025

FAQ - Infografik Eiermarkt 2024

PDF    |    15.04.2025

Daten und Grafiken Eier 2025

XLSX    |    23.02.2026

Analysen