Veröffentlicht am 20. August 2026
Pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten: Verlangsamung des Nachfragewachstums
Milch- und Fleischalternativen
Der Absatz von pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten im Schweizer Detailhandel ist zwischen 2021 und 2024 um 8,2 Prozent gestiegen und danach zwischen 2024 und 2025 praktisch unverändert geblieben. Trotz des generellen Wachstums machen diese Produkte im Vergleich zu herkömmlichen Milchprodukten nach wie vor einen kleinen Marktanteil aus (3,9 % im Jahr 2025). Die pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch erreichen mit 43 Prozent im Jahr 2025 den grössten Marktanteil innerhalb des gesamten Segments, was hauptsächlich dem Erfolg von Haferdrinks zuzuschreiben ist.
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Kontext und Inhalt der Studie
Angesichts der zunehmenden Besorgnis bezüglich Klimawandel, Tierwohl und gesunder Ernährung haben sich pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten im Schweizer Detailhandel in den letzten Jahren erfolgreich etabliert. Das Interesse an Informationen zu diesem Marktsegment ist entsprechend gestiegen. Die vorliegende Studie beantwortet insbesondere Fragen zur Entwicklung des Absatzes, der Marktanteile und der Preise verschiedener pflanzlicher Alternativen zu Milchprodukten im Detailhandel.
Untersucht wurden pflanzliche Alternativen zu folgenden Milchproduktgruppen: Konsummilch, Käse, Milchgetränke, Jogurt, Konsumrahm, Desserts, Quark, Speiseeis und Butter. Die Produktgruppe der pflanzlichen Alternativen zu Quark wurde in der Analyse nicht immer separat betrachtet, weil ihr Marktanteil vernachlässigbar klein ist. Neben einer Analyse des Schweizer Marktes umfasst die Studie zudem einen kurzen Überblick über die europaweite Entwicklung des Marktes für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten. Die Mehrheit der Daten stammen von NielsenIQ Switzerland.
Begleitinformationen
Unter der Bezeichnung «pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten» lassen sich eine Vielzahl von Produkten subsumieren. Im Allgemeinen umfasst sie alle pflanzenbasierten Produkte, die die Milchprodukte und ihre zahlreichen Merkmale (etwa hinsichtlich Textur und Geschmack, als Proteinquelle oder als fester Bestandteil der täglichen Essgewohnheiten) substituieren. In der vorliegenden Studie wird der Begriff der pflanzlichen Alternative plus der Name des Milchproduktes, das damit ersetzt werden soll, verwendet. Beispiel: «pflanzliche Alternativen zu Käse».
Die Bezeichnung «pflanzliche Alternativen» wird verwendet, um auf die pflanzliche Herkunft der Rohstoffe, aus dem das Produkt hergestellt wird, hinzuweisen. Bei den Milchprodukten wird auf einen solchen Hinweis verzichtet, da diese grundsätzlich tierischer Herkunft sind. So bezieht sich etwa der Begriff «Käse» auf Käse tierischen Ursprungs. Margarine, ein Produkt, das seit vielen Jahren als pflanzliche Alternative zu Butter erhältlich ist, wird ebenfalls zu den pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten gezählt. Der Begriff «pflanzliche Alternativen» wird in dieser Studie verwendet, um sämtliche pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten zu bezeichnen.
Das Wichtigste in Kürze
Die vorliegende Studie untersucht die Marktentwicklung der pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten im Schweizer Detailhandel von 2021 bis 2025.
Über die letzten fünf Jahre betrachtet hat die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten zwischen 2021 und 2024 relativ stark zugenommen, bevor sie dann zwischen 2024 und 2025 praktisch unverändert geblieben ist. Der mit pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten erzielte Umsatz hat sich von 170,25 Millionen Franken im Jahr 2021 auf 184,27 Millionen Franken im Jahr 2024 erhöht, was einem Zuwachs um 8,2 Prozent entspricht. 2025 belief er sich auf 184,34 Millionen Franken (+0,03 % zwischen 2024 und 2025). Allerdings fiel das Wachstum der Nachfrage in den letzten fünf Jahren relativ gering aus im Vergleich zum Boom zwischen 2017 und 2021, als der Zuwachs bei knapp 80 Prozent lag. So haben sich die Zuwachsraten bei der Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten seit 2021 deutlich abgeschwächt.
Im Schweizer Detailhandel besetzen die pflanzlichen Alternativen im Vergleich zum Umsatz der Milchprodukte eine Nischenposition. Ihr Marktanteil stieg jedoch von 3,8 Prozent im Jahr 2021 auf 4,0 Prozent im Jahr 2024, bevor er im Jahr 2025 wieder leicht zurückging auf 3,9 Prozent.
Die pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch verzeichnen den weitaus höchsten Umsatz, wobei ihr Marktanteil stetig stieg und sich im Jahr 2025 auf 43 Prozent des Gesamtumsatzes der pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten belief. Dadurch kommt ihnen eine zentrale Bedeutung zu. Die Marktanteile der übrigen pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten sind hingegen leicht rückläufig, mit Ausnahme der pflanzlichen Alternativen zu Rahm.
Die Preise für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten sind in den letzten drei Jahren insgesamt leicht gesunken. Sie bleiben jedoch bedeutend höher als jene der entsprechenden Milchprodukte, ausser bei Margarine. Am grössten war der Preisunterschied im Jahr 2025 bei den pflanzlichen Alternativen zu Jogurt (+65,2 %), am kleinsten bei den pflanzlichen Alternativen zu Rahm (+2,9 %).
Haferdrink ist im Schweizer Detailhandel die meistverkaufte pflanzliche Alternative zu Konsummilch. Der Umsatzanteil von Haferdrink am gesamten Segment der pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch ist rasant gewachsen, und zwar von 44 Prozent im Jahr 2021 auf 58 Prozent im Jahr 2025. Das heisst knapp drei von fünf im Schweizer Detailhandel verkauften pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch sind Haferdrinks. Die pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch sind vor allem bei jungen, gutverdienenden Familien beliebt.
Die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Milch und Milchgetränken ist zwischen 2023 und 2025 nicht nur im Detailhandel der Schweiz, sondern auch in anderen europäischen Ländern markant gewachsen. Ein Vergleich des Absatzes dieser pflanzlichen Getränke in fünf europäischen Ländern 2025 ergibt, dass Deutschland den grössten Markt für pflanzliche Alternativen zu Milch und Milchgetränken bietet, gefolgt von Spanien. Beim Umsatzwachstum zwischen 2024 und 2025 belegt die Schweiz hinter Frankreich und Deutschland den dritten Platz. Gemessen an den Pro-Kopf-Ausgaben im Jahr 2025 belegt die Schweiz hingegen vor Deutschland den ersten Platz.
2025 entfielen 81 Prozent des mit pflanzlichen Alternativen zu Konsummilch erzielten Umsatzes im Schweizer Detailhandel auf Produkte ausländischer Herkunft. Der Anteil der pflanzlichen Alternativen schweizerischer Herkunft bleibt damit gering.
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Preise unterscheiden sich je nach Produktionsmethode und Milchverwertung
2025 belief sich der Produzentenpreis für konventionelle Milch auf 74,90 Rp./kg, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 1,24 Rappen (+1,7 %) entspricht. Der Produzentenpreis für Biomilch erhöhte sich um 1,65 Rappen (+1,8 %) auf 93,86 Rp./kg. Der höchste Preis wurde für Bio-Käsereimilch bezahlt (98,08 Rp./kg für 2025). Bei der konventionellen Produktion legte der Preis für Käsereimilch 2025 stärker zu (+2,3 % auf 83,39 Rp./kg) als der Preis für Molkereimilch (+1 % auf 70,09 Rp./kg). Für Molkereimilch muss am wenigsten bezahlt werden. Sie wird hauptsächlich zu Konsummilch, Butter, Milchpulver, Konsumrahm, Joghurt und Industriekäse (z. B. Mozzarella) verarbeitet.
Hinsichtlich der Marktsegmentierung lässt sich für Molkereimilch im Jahr 2025 für das A-Segment ein Preisanstieg (+2,1 % auf 78,59 Rp./kg) beobachten, während der Preis für das B-Segment praktisch unverändert blieb (53,62 Rp./kg). Der Preis für IP-Suisse Wiesenmilch erhöhte sich 2025 um 1,4 Prozent auf 75,05 Rp./kg. Das sind rund 5 Rappen mehr als der Preis für konventionelle Molkereimilch. Diese Preisunterschiede zeigen, dass die Produktionsmethode und die Art der Milchverwertung die Faktoren sind, die den Produzentenpreis für Milch am stärksten beeinflussen.
© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen
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Regionale Unterschiede beim Milchpreis
Im regionalen Vergleich (Definition der Regionen: vgl. Methoden) lagen die Produzentenpreise für Milch im Jahr 2025 in der Region 1 mit 83,84 Rp./kg und in der Region 5 mit 79,40 Rp./kg über dem nationalen Durchschnitt. In den anderen Regionen blieben die Milchpreise 2025 unter dem Schweizer Durchschnitt. Diese Unterschiede sind darauf zurückzuführen, dass in den Regionen 1 und 5 für Käsereimilch relativ hohe Preise gezahlt werden. So war der Preis für Milch, die an gewerbliche Käsereien geliefert wird, in der Region 1, in der vorwiegend Gruyère AOP produziert wird, am höchsten (91,93 Rp./kg). In der Region 2, in der hauptsächlich Emmentaler AOP hergestellt wird, war der Käsereimilchpreis dagegen deutlich tiefer (75,62 Rp./kg). Diese Unterschiede zeigen, dass das Endprodukt und seine Beliebtheit auf dem Markt die entscheidenden Faktoren sind, die den Preis für den Rohstoff Rohmilch bestimmen. Die regionalen Preisunterschiede fallen bei Käsereimilch höher aus als bei Molkereimilch.
Käsesorte beeinflusst Produzentenpreis für Milch
Der Produzentenpreis für Käsereimilch hängt wesentlich davon ab, welche Käsesorte aus der Milch hergestellt wird. Vergleicht man die Produzentenpreise des Jahres 2025 für vier wichtige Käsesorten, so zeigt sich, dass die Rohmilch zur Herstellung von Gruyère AOP den höchsten Preis erzielte (91,34 Rp./kg). Am wenigsten kostete hingegen Rohmilch zur Herstellung von Emmentaler AOP (75,41 Rp./kg). Dazwischen liegen die Preise für Rohmilch zur Herstellung von Appenzeller (77,46 Rp./kg) und von Tilsiter (76,41 Rp./kg). 2025 verzeichneten die Milchpreise für alle berücksichtigten Käsesorten, mit Ausnahme von Appenzeller (−0,8 %), einen Anstieg. Hinsichtlich der Käseproduktionsmenge lässt sich für 2025 eine Zunahme für Gruyère AOP (+1,7 % auf 30 817 t), Emmentaler AOP (+3,8 % auf 12 867 t) und Tilsiter (+0,4 % auf 2280 t) und ein leichter Rückgang für Appenzeller (−0,2 % auf 8 075 t) beobachten.
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Höhere Konsumentenpreise für Frischmilchprodukte
Genau wie der Preis für den Rohstoff Rohmilch verzeichneten auch die Konsumentenpreise für die meisten Frischmilchprodukte 2025 einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr. So legten die Detailhandelspreise für Frischmilchprodukte wie UHT-Vollmilch (+2,1 % auf 1.46 Fr./l), Kochbutter (+0,6 % auf 3.89 Fr./250 g) und Vollrahm (+1,2 % auf 3.48 Fr./500 ml) 2025 generell zu. Dagegen nahmen die Detailhandelspreise für bestimmte Käsesorten wie Gruyère AOP (−3,4 % auf 21.9 Fr./kg) und Mozzarella (−3,6 % auf 10.7 Fr./kg) ab.
Bis 2023 waren die Konsumentenpreise für die meisten Milchprodukte drei Jahre in Folge nach oben geklettert, bevor sie 2024 sanken. Diese Tendenz entspricht der Entwicklung der Produzentenpreise für Milch und bestätigt somit die gegenseitige Preisabhängigkeit dieser beiden Stufen der Wertschöpfungskette.
© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen
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Differenz zwischen der Schweiz und der EU bei den Produzentenpreisen für Milch fällt etwas kleiner aus
Wie in der Schweiz ist der Produzentenpreis für Milch 2025 sowohl in den Nachbarländern (Deutschland, Frankreich und Österreich) als auch in der restlichen EU angestiegen. In Prozent ausgedrückt fiel die Zunahme in der Schweiz (+1,6 % auf 74,50 Rp./kg) jedoch weniger stark aus als in Deutschland (+7,1 % auf 48,77 Rp./kg), in Frankreich (+3,9 % auf 44,24 Rp./kg) und in Österreich (+10,2 % auf 51,25 Rp./kg). In der EU stieg der Produzentenpreis für Milch auf 49,20 Rp./kg (+6,8 %).
Die Produzentenpreise für Milch fallen in der Schweiz generell höher als in den Nachbarländern und in der EU. Die Differenz verringerte sich 2025 etwas und variierte zwischen 23,25 Rp./kg (Österreich), 25,73 Rp./kg (Deutschland) und 30,26 Rp./kg (Frankreich). Mit der EU lag die Differenz bei 25,30 Rp./kg. In den letzten fünf Jahren ist die Differenz zwischen der Schweiz und der EU leicht rückläufig. So verringerte sie sich von 28,45 Rp./kg im Jahr 2021 auf 25,30 Rp./kg im Jahr 2025. In den drei Nachbarländern und in der EU liegen die Produzentenpreise für Milch bei 59 – 70 Prozent des Schweizer Preises. Die für den Vergleich herangezogenen Preise wurden sowohl im In- als auch im Ausland ohne Mehrwertsteuer berechnet.
Die Preise schwanken in der EU in der Regel stärker als in der Schweiz. Diese Schwankungen sind in der Schweiz verzögert zu spüren. Ausserdem wirkt sich die Preisentwicklung von Milchprodukten auf dem europäischen Markt auf den Produzentenpreis für Milch in der Schweiz aus.
© BLW, FranceAgriMer, BLE, AMA, BNS
© BLW, Fachbereich Agrardaten und Marktanalysen; Europäische Kommission
Fazit
Im Jahr 2025 sind sowohl die Produzenten- als auch die Konsumentenpreise für Frischmilchprodukte wieder angestiegen, nachdem sie 2024 zurückgegangen waren. Für Käsereimilch nahm der Produzentenpreis stärker zu als für Molkereimilch. Die jeweilige Produktionsmethode, die Verwertungsart, die Produktionskosten und die Marktsituation im In- und im Ausland beeinflussen den Produzentenpreis für Milch und dessen Entwicklung. Der Aufwärtstrend beim Produzentenpreis für Milch im Jahr 2025 spiegelt auch die positive Entwicklung des Richtpreises für Molkereimilch im A-Segment wider. Der Molkereimilchpreisindex hat 2025 ebenfalls zugelegt. Dieser Aufwärtstrend beim Produzentenpreis für Milch war auch in der EU zu beobachten. In den letzten fünf Jahren zeichnete sich bei der Differenz zwischen der Schweiz und der EU ein leicht rückläufiger Trend ab.
Die Milchproduktion hat vor allem in den beiden letzten Monaten des Jahres 2025 zugenommen. Der Richtpreis für Molkereimilch im Segment A entwickelte sich im Februar 2026 negativ. Diese Entwicklungen können zu einem rückläufigen Produzentenpreis für Milch führen. So ist er im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4 Prozent gesunken. Durch die kontinuierliche Marktbeobachtung wird es möglich sein, die Auswirkungen der Marktentwicklungen auf den Produzentenpreis für Milch zu analysieren.